Bürgerverein Eversburg e.V.
1906, als der Verein, der heute Bürgerverein Eversburg heißt, gegründet wurde, galt noch  das Gemeinderecht des Kaiserreichs und es lohnt, die Umstände, unter denen die Gründung stattfand, ein wenig zu erläutern. Nach der Osnabrücker Stadtverfassung ergänzte den Magistrat, der aus Bürgermeister, Syndikus und sieben Senatoren bestand und die Geschicke der Stadt bestimmte, das so genannte Bürgervorsteherkol­legium. Diese Ergänzung war ein Ergebnis der Forderungen des bür­gerlichen Liberalismus während der Bürgerunruhen 1848 gewesen. Das Kollegium setzte sich in Osnabrück aus je 5 Bürgervorstehern für insgesamt vier Stadtteile zusammen. Wahlberechtigt waren die im Stadtgebiet wohnenden männlichen Bürger. Um als solcher zu gelten, musste das Bürgerrecht - gegen eine Gebühr von 15 Mark - erworben werden. Berechtigt dazu war jeder unbescholtene wohnberechtigte Einwohner mit der obigen Einschränkung. Verpflichtet, das Bürger­recht zu erwerben, waren unter anderem städtische Angestellte und die Besitzer eines Wohnhauses. Die Versammlungen der Bürger, die aus ihrer Mitte einen der Bürgervorsteher wählte, der dann einer der fünf war, die einen Stadtteil vertraten, war nach den so genannten Polizeibezirken organisiert, und Eversburg muss wohl zum 7. Polizeibezirk gehört haben. Jedenfalls sind die ersten Niederschriften, die der Gründung des Vereins vorhergehen und mit in das Protokollbuch des Vereins aufgenommen wurden, Protokolle solcher Versammlun­gen dieses Polizeibezirks, und sie enthalten dann auch jedes Mal den Vermerk, ordnungsgemäß als Versammlung bei der städtischen Poli­zeidirektion angemeldet worden zu sein.   Auf der ersten protokollierten Versammlung, sie fand am 7. März statt, sollte eine Kandidatenfrage geregelt werden, nämlich die Frage, ob man lieber einen Osnabrücker aus der Stadt als Kandidaten zum Bürgervorsteher unterstützen sollte oder lieber einen ausber e dem eigenen Bezirk aufstellen. Einer der Anwesenden, Pastor Goudefroy, befürwortete Letzteres und machte klar, dass er auf ein Entgegenkommen der Osnabrücker Bürger bei einer für den 9. März angesetzten
Bürgervereinsversammlung hofft. Man beschließt, eine abwartende Stellung einzunehmen. Im Anschluss heißt es in dem Protokoll:   Hierauf stellt Herr Pastor Goudefroy noch den Antrag, hier eine Ver­einigung zur Wahrnehmung der berechtigten Interessen ins Leben zu rufen. Dieser Antrag fand allgemeine Zustimmung [...].   Bei der nächsten Bürgerversammlung des 7. Polizeibezirks, vom 25. November 1906, wird dann im Protokoll festgehalten: Die Statuten wurden nunmehr paragraphenweise nochmals verlesen und eingehend besprochen und darauf einstimmig genehmigt. Der Verein welcher den Namen „Vereinigung zur Wahrnehmung berech­tigter Interessen für den Polizeibezirk Osnabrück-Eversburg" tragen soll, wurde sodann auf Grund des Statutenentwurfs gegründet und zwar erklärten sofort 44 Herren ihren Beitritt.   Oft fühlten sich die Eversburger als Bürger 2. Klasse. Während der Kriegszeit 1914 – 1918 wurde der Vorstand von den Statuten entbunden und Versammlungen nur bei Bedarf einberufen. Von 1932 – 1950 existierte der Verein nur auf dem Papier, er wurde am 12. Juli 1950 wieder ins Leben gerufen.   Der Name des Vereins war Programm; denn im Laufe der Jahre wur­den zahlreiche Missstände angegangen. Zunächst war es der schlechte Zustand von Straßen und Gebäuden der ehemals städ­tischen Arbeiterkolonie, die 1889 in den Besitz des Georgs-Marien- Hütten-Vereins übergegangen war, um den man sich kümmerte, später war es die Elektrifizierung, der Anschluss an die Verkehrsinfra­struktur zu angemessenen Preisen, der Anschluss an Müllabfuhr und Kanalisation, die zeitgerechte Postzustellung und die Beseitigung von sozialen Missständen. In der Nachkriegszeit musste der Verein auf Veränderungen Einfluss nehmen, die sich durch die Gründung des Industriegebiets im Stadtteil Hafen ergaben - die Bürger sorgten sich um den Bestand der Petrusallee - es ging um Erschließungsfragen, um eine moderne Kanalisation, die Belästigung durch das Klärwerk, die Sicherung der Bahnübergänge und vieles andere mehr. Anliegen des „Bürgervereins Eversburg e. V", so heißt der Verein seit 1965, ist es, die Tradition fortzusetzen und die Lebens-, Wohn- und Arbeitsqualität im Stadtteil zu verbessern. Er ermutigt zur ehrenamt­lichen Mitarbeit - der Verein zählt heute ca. 800 Mitglieder - um so dem heute wieder gewünschten bürgerschaftlichen Engagement eine aus der Tradition gewachsene moderne Plattform zu bieten.   In den hundert Jahren wurde der Verein von nur 7 Vorsitzenden geführt, deren Namen den alten Eversburgern ein Begriff sind. Hauptlehrer Friedrichs von 1906 – 1913 (7 Jahre), Lehrer und Rektor Heinrich Schwenke von 1913 – 1934 (21 Jahre), Postbeamter Adolf Köhne von 1950 – 1954 (14 Jahre), Direktor Friedrich Wacket von 1964 – 1967 (3 Jahre), Rektor Heinrich Hawighorst von 1967 – 1978 (11 Jahre), Staatsanwalt Dr. Peter Koch von 1978 – 192 (14 Jahre) und seit 1992 wird der Verein von Friedhelm Groß geleitet. Hier zeigt sich die Kontinuität der Arbeit und der Bürgerverein Eversburg wird weiterhin ein Bindeglied zwischen der Stadt Osnabrück und den Bürgerinnen und Bürgern sein und sich intensiv an der Gestaltung des Stadtteils beteiligen.  
Chronik des Vereins